
Im Oktober bleiben wir in Baden-Württemberg. Wir reisen gen Osten, um den Bodensee herum, in den Allgäu: zum Meckatzer Löwenbräu. Ein sehr selbstbewusster Familienbetrieb mit klarer Wertorientierung: »die Treue zu sich selbst und zur Heimat; der Mut, die Welt tatkräftig zu gestalten sowie die Verantwortung für das eigene Handeln gegenüber Mensch und Umwelt.«
Du willst das Monatspaket? Hier geht es lang.
Zwischen dem großen See und den Allgäuer Alpen.
Bis etwa 80 Kilometer rund um den Schornstein sind die Meckatzer Biere leicht zu finden. Seit ein paar Jahren werden die Fühler auch nach Stuttgart ausgestreckt. Aber man bekommt sie punktuell auch in weiter entfernten Gefilden: selbst in Berlin oder Südtirol sind die Biere aus dem Allgäu inzwischen erhältlich.
Etwa 180.000 Hektoliter stoßen die rund 120 MitarbeiterInnen im Jahr aus. Die ganze Region steht unverbrüchlich zu »ihrer« Brauerei; das zeigt allein ihr Fanclub: Mehr als zwölftausend Begeisterte zahlen jährlich je 17,38 Euro Mitgliedsbeitrag (Der unrunde Preis soll an das Gründungsjahr 1738 erinnern).
Lena, die Löwen und das Allgäuer Sonntagsbier
Damals erhielt Josef Fessler die Bewilligung zum Biersieden in Meckatz. Die Brauerei hieß zunächst schlicht »Löwenbräu«, nach dem Wirtshaus »Zum Löwen«. Anfang des 20. Jahrhunderts musste sie sich umbenennen – das Münchner Löwenbräu fürchtete die Verwechslung. Seither steht vorne der Ortsname.
Dreizehnmal wechselte der Betrieb den Besitzer, bis Gebhard und Lena Weiß ihn 1853 kauften. 1873 starb Gebhard mit 49 Jahren. Lena blieb mit ihren sechs Kindern zurück. Sie lehnte alle Kaufangebote ab und führte die Brauerei allein weiter. Eine stolze Leistung - zumal in der damaligen Zeit.
Ihr Sohn Benedikt ließ 1905 »Weiss-Gold« schützen; 1908 wurde der Begriff als erste Allgäuer Biermarke rechtsgültig registriert. Das kräftige Lager wird in der Brauerei auch »Allgäuer Sonntagsbier« genannt, weil es wie anno dazumal mit »unveränderter Rezeptur« und 12,5 Prozent Stammwürze gebraut wird – und somit beinahe Festbiercharakter hat.
Weiß und die Fans
Heute leitet Michael Weiß die Geschicke vom Meckatzer Löwenbräu Er richtete die Brauerei auf Nachhaltigkeit aus. 1994 erarbeitete Meckatzer als eine der ersten Brauereien Deutschlands ein Umweltschutzhandbuch, 2022 trat sie dem Bündnis Klimaneutrales Allgäu 2030 bei. Seit 2019 hat Weiß den Vorsitz der Initiative Allgäuer GenussMacher.
In seine Amtszeit fällt auch der Fanclub. Er entstand 1996 mit rund 100 Mitgliedern, heute sind es, wie oben erwähnt, mehr als 12.000. Das 30-jährige Club-Jubiläum wurde am 9. Mai 2026 mit einem fantastischen Brauereifest gefeiert. Rund 2.500 Fans kamen nach Meckatz, die Ladestraße im Herzen der Brauerei wurde zur Festivalbühne. Den Bieranstich übernahm Constantin, der Sohn des Bräus.
Ein äußeres Zeichen dafür, dass Michael Weiß die Weitergabe an die nächste Generation schon eingeläutet hat. Constantin hat vor ein paar Monaten den Bereich Marketing und Kommunikation übernommen. Bald schon will der Vater die Geschäfte ganz in seine Hände legen. So wie wir den Nachfolger einschätzen wird es werteorientiert weiter gehen. »Wir alle können nur dann erfolgreich sein, wenn wir unser Handeln in den Dienst jener Gemeinschaft stellen, durch die und für die wir existieren. Dabei geht es darum, die Wünsche unserer Kunden ebenso zu erfüllen, wie das Potenzial unserer Mitarbeitenden und Arbeitspartner zu entfalten. Als Familienbrauerei glauben wir an eine Gemeinschaft von Menschen, die diese Ziele partnerschaftlich erreicht.« In unseren nicht immer ganz einfachen Zeiten stellen Brauereien wie Meckatzer Löwenbräu erfreuliche Lichtblicke dar.
Du willst das Monatspaket haben? Hier kannst du es bestellen.
Jeden Monat automatisch Paketpost? Das Bierabo macht es möglich.
Die Biere im Monatspaket
Das Sortiment von Meckatzer ist sehr klassisch: viele untergärige Sorten, ein paar Weizenbiere. Die Brauerei ist seit 2012 Slow-Brewing zertifiziert, sie ist die erste, die dieses Zertifikat erhielt. Seither spielt die Zeit als fünfter Rohstoff einen Hauptrolle. Langsam und kalt gereift – gut Ding will Weile haben.
Meckatzer Weiss-Gold: Vor über 120 Jahren kreiert und in immer gleicher Art gebraut. Das „Allgäuer Sonntagsbier“, wir ordnen es bei den Festbieren ein.
Meckatzer Hell: Braumeister Max Stör sagt dazu „Es ist ein süffiges und ehrliches Bier.“.
Meckatzer Leichtes Hell: Sehr zeitgemäß und lange vor dem Trend zu moderatem Alkoholkonsum ins Sortiment genommen. Klug entschieden, sehr gut gemacht. Beides gilt auch für Meckatzer Leichtes Hefeweizen.
Meckatzer Hell alkoholfrei. So ist das heute. Alkoholfreie dürfen nicht mehr fehlen. Dieses Exemplar ist schonend entalkoholisiert. Das gilt auch für die obergärige, alkoholfreie Variante: das Meckatzer Hefeweizen alkoholfrei.
Ein Pils darf nicht fehlen. Schon gar nicht, wenn man in der Nähe von Tettnang braut. Das Hopfenanbaugebiet ist schließlich weltbekannt für den Tettnanger Aromahopfen, der gerne aus den Pilstulpen der Welt entsteigt. Im Meckatzer Löwen-Pils ist viel davon drin: für gute 32 Bittereinheiten.
Meckatzer Hefeweizen und Meckatzer Urweizen, das eine hell, das andere dunkel. Seit 1925 werden auch Weizenbiere gebraut. Die Brauerei setzt dabei auf die aufwändige Methode der Flaschengärung.
Einkehrschwung
Bei aller Freude am Allgäuer Biergenuss zu Hause mögen wir noch anmerken. Im Meckatzer Braustüble ist gut einkehren, gut speisen und die Biere frisch gezapft genießen und das Ganze mit Blick auf die Brauerei.
Du willst das Monatspaket haben? Hier kannst du es bestellen.
Jeden Monat automatisch Paketpost? Das Bierabo macht es möglich.
Fotos: Meckatzer Löwenbräu
Text: Birgit Rieber
Comments
2