Hopfenernte 2026 fällt mager aus

Hopfenernte 2026 fällt mager aus

Hitze und Trockenheit haben die europäische Hopfenernte 2026 spürbar geschmälert. Das geht aus dem Hop Update von BarthHaas vom 30. September hervor.

Deutschland

Die Ernte in den deutschen Hopfenanbaugebieten geht zu Ende, die Erträge sind unterdurchschnittlich. BarthHaas rechnet mit 33.330 Tonnen. Der Verband Deutscher Hopfenpflanzer hatte Ende August 33.779 Tonnen geschätzt (auf einer Fläche von 17.861 Hektar). Gegenüber 2025 mit rund 41.000 Tonnen ist das ein deutlicher Einbruch. Auch die Alphawerte fallen schlecht aus. Sie liegen zum Beispiel bei den wichtigen Sorten Herkules, Perle und Hallertauer Tradition unter dem Durchschnitt. Auch Tettnang und Elbe-Saale melden weniger Menge und weniger Alpha.

Österreich

Das Mühlviertel erntete 193 Tonnen, 2025 waren es 302. Die Alphawerte liegen 30 bis 50 Prozent unter dem Durchschnitt, schlechter war nur 2015. Erstmals blieben 1,5 Hektar ungeerntet, weil sich die Ernte nicht gerechnet hätte. Stefan Hofer, Obmann der Hopfenbaugenossenschaft, erweist auf das trockenste Frühjahr seit 169 Jahren und den heißesten Sommer mit wenig Niederschlag. Trotz allem kamen bei der Bonitierung 98,6 Prozent der Ware in Qualitätsklasse 1.

Tschechien, Slowenien 

In Tschechien schmälerte eine Hitzewelle kurz vor der Ernte den Ertrag stark. Mit 23,3 kg Alpha/ha liegt der Wert bei der Sorte Saazer etwa 23 Prozent unter dem langjährigen Mittel. 

Slowenien traf es noch härter. Mehrfach ging Hagel nieder, die Planzen konnten sich nicht mehr erholen. Vor allem Celeia und Aurora waren betroffen. Mit 1.250 Tonnen Gesamterntemenge liegt liegt der Ertrag knapp 50 Prozent unter dem Vorjahr. Auch die Alphagehalte bleiben bei allen Sorten unter dem Schnitt, die Qualität gilt trotzdem als gut bis sehr gut.

USA

Hier sieht es anders aus. Mit rund 38.000 Tonnen liegt die Erntemenge leicht über dem Schnitt. Aufgrund des vermehrten Anbaus von neuen Hochalphasorten, gilt auch die Alphaproduktion als überdurchschnittlich. 

Was jetzt zählt

BarthHaas nennt 2026 ein negatives „Rekord-Hopfen-Jahr“. Schuld sind die vielen Hitzetage und die geringen Niederschlagsmengen während der gesamten Vegetationsperiode. Die Branche wird sich verändern müssen. So empfiehlt Barthaas neben Bewässerungsmöglichkeiten auch den Umstieg auf klimaresillientere Hopfensorten wie Tango, Hüll Classic oder Titan. Schon in diesem Jahr demonstrieren die neuen Sorten „Ertrags- und Alphastabilität“. 

 


Quellen: BarthHaas, Hop Update September 2026, meinbezirk.at
Foto: © Sepp Wejwar
Text: Birgit Rieber

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