
Zum Jahresauftakt meldet die Störtebeker Braumanufaktur in Stralsund einen Markenrelaunch. Die Botschaft lautet: modernisieren, ohne die Herkunft zu verleugnen. Das klingt nach einem Spagat – und ist es auch. Denn entscheidend für den Erfolg ist, was bei den Kund:innen ankommt. Ist die Marke noch zu erkennen? Gelingt die Orientierung innerhalb des Sortiments? Kommt es zum Kaufimpuls? Schauen wir genauer hin.
Was sich verändert – und was bleibt
Die vertrauten Symbole sind weiterhin an Bord: die rote Fahne, das Segelboot (die Kraweele), die nordische Anmutung. Neu ist die Choreografie. Das Logo wird als Wort-Bild-Marke neu zusammengesetzt; der Schriftzug steht nun vertikal, die Fahne rückt sichtbarer ins Zentrum. Insgesamt wirken die Etiketten aufgeräumter, Linienführung und Typografie sind kantiger.
Wichtig: Die Sortenlogik auf dem Kronkorken bleibt. Das kleine Detail ist gut eingeführt und hilft beim Blick in die Bierkisten im Getränkemarkt.
Schwerpunkt Sortenfamilien
Besonders deutlich wird der Relaunch bei den Kategorien. Die Ales – Atlantik-Ale, New England IPA und Pazifik-Ale – treten künftig als eigene Familie auf. Sichtbares Signal ist die rote Fahne am Flaschenhals. Auch die Alkoholfreien bekommen einen klaren Auftritt mit weißen Kronkorken und weißen Halsetiketten; auf dem Bauchetikett verbindet ein geteiltes Sortenlabel die Zero-Varianten mit ihren alkoholhaltigen Pendants. Kurz: mehr System im System.
Warum jetzt? Einordnung aus Marketing-Sicht
Zehn Jahre sind in Biertaktung eine Ewigkeit. Verpackungsdesign altert schneller als Markenkerne. Wer heute im Markt bestehen will, braucht eine klare Hierarchie: Marke – Sorte – Besonderheit. Genau das adressiert der Relaunch. Die stärkste Eigenmarke (die Fahne) wird in die Pole Position gebracht, die Sortenfarbe darf mehr Raum nehmen, die Schiffsgeschichte bleibt im Vordergrund. So wird das, was Störtebeker ausmacht, noch sichtbarer.
Was Kund:innen demnächst sehen
Die ersten Flaschen im neuen Look sollen Ende Januar in die Märkte rollen. Parallel folgt die Anpassung in Kommunikation und digitalem Auftritt.
Und der Preis? Keine Hinweise auf Preisveränderungen. Gut so. Ein Design-Update soll Begehrlichkeit wecken, nicht die Preisdiskussion.
Schluss mit einem Schluck
Alles neu macht hier nicht der Mai, sondern der Januar. Flagge oben, Blick nach vorn – und im Glas bitte das, was zählt: Charakter. Wer probiert, entscheidet. Und hat dank klarer Optik schneller gefunden, wonach er sucht. Prost.
Fotos: © Störtebeker Braumanufaktur
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