Brauerei des Monats: August 2026

Brauerei des Monats: August 2026

Mit dem Monatspaket für August reisen wir in ein besonderes Kapitel der Biergeschichte. Es handelt vom Schwarzbier, dem sehr dunklen Gegenstück zum hellen Lager.

Das heutzutage marktbeherrschende goldfarbene Gebräu verdanken wir der industriellen Revolution. Erst mit den technischen Errungenschaften des 19. Jahrhunderts wurde es möglich, zuverlässig helles Malz herzustellen. Davor waren alle Biere dunkel, manchmal schwarz. Schwarzbier erinnert uns an jene Zeit.

Als das Pilsner ab dem späten 19. Jahrhundert seinen Siegeszug antrat, geriet Schwarzbier ins Abseits. Im Westen verschwand es beinahe ganz. Im Osten hielt es sich, aus regionaler Verwurzelung und, zu DDR-Zeiten, als willkommener Devisenbringer. Nach 1990 folgte die Wiederentdeckung.

Eine der Brauereien, die das Schwarze nie aufgaben, steht in Eibau in der Oberlausitz, im sächsischen Dreiländereck, wo Deutschland, Polen und Tschechien aneinanderstoßen. Dort wird seit 1810 Schwarzbier gebraut. Das Eibauer Schwarzbier ist eines der ältesten durchgehend gebrauten Deutschlands.

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Privatbrauerei Eibau

Die Brauerei hat eine bewegte Biografie. 1810 wurde sie als 1. Landbrauerei im Zittauer Raum gegründet, ab 1867 lenkte die  Familie Krampf den Betrieb. 1937 kaufte dann der Braumeister Hans Münch die Sudkessel – bis die Politik alles änderte. 1972 wurde der Betrieb in der DDR enteignet, der Landskronbrauerei Görlitz einverleibt und erst 1990 an die Familie Münch zurückgegeben. Wer heute ein Eibauer trinkt, hat also ein Stück deutsch-deutsche Geschichte im Glas.

Hundert Pferde für ein Bier

Im 17. Jahrhundert wurde in einem Forsthaus im Wald bei Eibau Bier gezapft. Die Obrigkeit in Zittau und Löbau verbot den Ausschank und stellte diesen, sehr zum Ärger der Eibauer Bürger, sogar unter Strafe. Am 25. März 1693 protestierten sie und zogen geschlossen zum Forsthaus, um dort zu die Krüge zu heben. Dieser „Auszug" dient seit 1993 als Grund für ein ausgelassenes Volksfest. Jedes Jahr rollt am letzten Juniwochenende der Eibauer Bierzug durchs Dorf, mit über hundert Pferden in Zwei-, Drei-, Vier- und Sechsspännern. Auch der Eibauer Festwagen ist bunt geschmückt und mit Holzfässern beladen. Blasmusik spielt zünftig auf. Zum Hufgeklapper auf Kopfsteinpflaster spielt die Blasmusik zünftig auf. Es riecht nach Sommer, nach Freude und Festbier.

Das Bier aus dem Kloster

Ein zweites Stück Geschichte kommt aus der Nachbarschaft. An der Neiße liegt das Kloster St. Marienthal. Die Zisterzienserinnenabtei ist eines der ältesten Frauenklöster Deutschlands. Die Nonnen brauten viele Jahrhunderte lang selbst. Erst 1920 wurde die Klosterbrauerei aufgegeben. 1998 hat die Brauerei Eibau die Marke wiederbelebt. Sie braut das St. Marienthaler Klosterbräu nach altem Rezept unter Lizenz der Abtei. So hält das weltliche Haus die Klostertradition am Leben.

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Die Biere aus der Eibauer Brauerei

Das Sortiment der Brauerei ist klassisch. Zwei Biere verdienen unsere besondere Aufmerksamkeit. Das ist erst einmal das Eibauer Schwarzbier, eben jene Spezialität, die seit 1810 in dieser Art gebraut wird.

Dann blicken wir auf das German Beer. Es erzählt aus der ehemaligen DDR. Ende der 1960er Jahre als vollmundiges „Exquisitbier" erdacht, avancierte es zum begehrten „Zahlungsmittel" und war das Bier für die Gäste der Leipziger Messe.

Zudem im Paket:

  • Eibauer Lausitzer Dunkel. Das milde dunkle Landbier der Oberlausitz.
  • Eibauer Jubiläums-Pilsner. Das helle Gegenstück, herb und trocken.
  • Eibauer Helles Landbier. Ein süffiges Alltagsbier, unkompliziert.
  • Eibauer Zwick'l hell. Unfiltriert und naturtrüb, kernig und frisch.
  • Eibauer Zwick'l dunkel. Ebenfalls ungefiltert, mit kräftigen 16°P das Schwergewicht im Paket. Genau genommen ist es ein Bockbier.
  • Eibauer Hefeweizen. Das obergärige Ausnahmebier in einem Sortiment voller Lagerbiere.
  • Eibauer Summer Mint. Ein leichtes Biermischgetränk mit Minze, perfekt für heiße Tage.
  • St. M. hell und St. M. dunkel. Die beiden Klosterbiere nach alter St. Marienthaler Rezeptur.
  • Zittauer Bürgerbräu. Ein helles, goldfarbenes Lagerbier, benannt nach der nahen Stadt Zittau.

Zwölf Biere aus Sachsen!

Mit der Privatbrauerei Eibau zeigt sich wieder, wozu das Monatspaket taugt. Wer das ganze Sortiment sonst verkosten wollte, müsste nach Sachsen reisen und dort ein paar Tage Urlaub in der Oberlausitz machen – was an sich eine schöne Idee ist. So kommt die Oberlausitz zu uns, frei Haus. Gut so und sehr zum Wohle.

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Fotos: Privatbrauerei Eibau
Text: Birgit Rieber

Eibauer - Schwarzbier
Schwarzbier German Style
4,5% vol.
3,37
Eibauer - German Beer 12 (Export)
Export
5,2% vol.
3,16
Eibauer - Lausitzer Dunkel
Dunkles Lager
4,2% vol.
3,25
Eibauer - Jubiläums Pilsner 1810
Pils German Style
4,8% vol.
3,18
Eibauer - Helles Landbier
Leichtbier Hell
4,1% vol.
3,26
Eibauer - Zwick'l
Zwickel/Kellerbier
5,2% vol.
3,33
Eibauer - Zwick'l Dunkel
Dunkles Zwickel/Kellerbier
6,7% vol.
3,39
Eibauer - Hefeweizen Hell
Helles Hefeweizen
5,2% vol.
3,41
Eibauer - St. Marienthaler Klosterbräu Hell
Lager / Helles
5% vol.
3,19
Eibauer - St. Marienthaler Klosterbräu Dunkel
Dunkles Lager
5% vol.
3,34
Eibauer - Summer Mint
Kräuterradler
2,5% vol.
3,04

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