Brewers Association: Craft Beer in den USA 2025

Brewers Association: Craft Beer in den USA 2025

Fünf Komma eins Prozent Produktionsrückgang. So lautet das Ergebnis für die amerikanische Craft-Beer-Branche im Jahr 2025. Klingt nach Krise. Ist es auch – aber nicht nur. Die Brewers Association, der Verband der unabhängigen US-Brauereien, hat jetzt ihre Jahreszahlen vorgelegt. Und die lohnen einen zweiten Blick.

Weniger Volumen, aber stabiler Anteil

Der Gesamtbiermarkt schrumpfte um 5,7 Prozent – Craft Beer mit 5,1 Prozent damit etwas weniger als der Rest. Das bedeutet sogar einen minimalen Anstieg von 13,2 auf 13,3 Prozent Marktanteil. Nicht viel – und doch ist es ein klares Zeichen: Die unabhängigen und zumeist kleinen Brauereien halten sich besser als die Großen. Wer hätte das gedacht – ausgerechnet jetzt.

Auch beim Umsatz relativiert sich das Bild. Der Einzelhandelswert sank um 3,6 Prozent auf 27,8 Milliarden US-Dollar – weniger dramatisch als das Volumen, weil höhere Preise und der Trend zum Direktverkauf über Taprooms und Brewpubs das Minus abfedern. Am gesamten Bier-Einzelhandelsumsatz hält Craft Beer weiterhin 24,6 Prozent und  ist längst aus der Nische gekrochen. Ein Viertel des gesamten Bier-Einzelhandelsumsatzes – das zeugt von Relevanz.

Wer verliert, wer hält stand

Nicht alle trifft es gleich. Brewpubs verloren nur 1,7 Prozent, Taprooms 3,9 Prozent – Mikrobrauereien hingegen 8,9 Prozent. Das Muster dahinter ist wenig überraschend, aber umso deutlicher: Das Bier am Tresen – mit Gespräch, mit Atmosphäre, mit dem zweiten Glas gleich daneben – schlägt das Bier aus dem  Supermarktregal. Schon immer. Gerade jetzt erst recht.

Weniger Neugründungen, weniger Schließungen

Die Zahl der aktiven Craft-Brauereien fiel 2025 auf 9.578. Das ist ein Rückgang von knapp drei Prozent. Aber auch hier lohnt ein zweiter Blick: Nur noch 300 Brauereien eröffneten 2025, nach 518 im Vorjahr. Gleichzeitig sanken die Schließungen von 591 auf 481. Der Markt beruhigt sich – in beide Richtungen. Die Phase der ungezügelten Expansion ist vorbei. Wer heute eine Brauerei aufmacht, hat sich das gut überlegt.

Vorsichtiger Optimismus – und was er bedeutet

„Cautious optimism“ nennt Matt Gacioch, Wirtschaftsexperte bei der Brewers Association, die aktuelle Stimmung. Vorsichtiger Optimismus. Die Branche bewege sich in Richtung eines neuen Gleichgewichts, auch wenn es verfrüht sei, von einem „New Normal“ zu sprechen. 

Was lernen wir: Qualität, menschliche Verbindung, unvergessliche Erlebnisse mit Freunden beim Bier am Tresen – Brauereien, die das liefern, werden sich durchsetzen. Gute Aussichten – und eigentlich ist es genau das, worum es beim Craft Beer von Anfang an gegangen ist.

 

 

Foto: AdobeStock - master1305

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