
Schlechte Nachrichten kommen in dieser Woche aus Mannheim: Gestern (13. Juli 2026) hat die Privatbrauerei Eichbaum mitgeteilt, dass sie ihren Geschäftsbetrieb einstellt. Nach fast 347 Jahren werden in der ältesten Brauerei der Stadt die Lichter gelöscht.
Rund 240 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz. Ein kleines Team soll die noch offenen Aufträge bis Ende September abarbeiten und den Betrieb geordnet auslaufen lassen.
Von der Schankwirtschaft zur Traditionsmarke
1679 erhielt der wallonische Brauer Jean du Chaine vom Mannheimer Stadtrat die Erlaubnis, eine Schankwirtschaft zu eröffnen. „Chaine" bedeutet „Eiche", Jean nannte sein Wirtshaus „Zum Eichbaum". Über die Jahrhunderte wurde daraus eine der hundert größten Brauereien des Deutschen Reichs, später mauserte sich Eichbaum zum Hauptlieferanten der US-Armee, 1966 erreichte der Betrieb einen Jahresausstoß von 440.000 Hektolitern. 1998 stieg der SAP-Gründer Dietmar Hopp ein. Seit 2010 firmierte das Haus, nach einem Management-Buy-out, als Privatbrauerei.
Und die Mannheimer?
Weil die Brauerei gleich neben dem Hauptfriedhof liegt, nennen sie ihr Bier liebevoll-spöttisch „Leichenwasser" und „Friedhofsbräu”. Aus der Sorte Ureich wurde „Urleich”. Allesamt Spitznamen, die nun eine bittere zweite Bedeutung bekommen haben.
Der lange Weg ins Aus
Das Ende kam nicht über Nacht. Bereits Ende Oktober 2025 hatte Eichbaum beim Amtsgericht Mannheim ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Man suchte einen Investor, man verhandelte. Monatelang. Am Ende fehlte schlicht das Geld, um den Betrieb und die Gespräche weiterzuführen, ohne die Interessen der Gläubiger zu gefährden.
Kurz vor der Insolvenz trennte sich Eichbaum von seiner umsatzstärksten Marke Karamalz. Den Vertrieb hatte Veltins schon 2024 übernommen, im Oktober 2025 gingen dann sämtliche Markenrechte und die Produktion vollständig an die Sauerländer. Der Verkauf sollte frisches Geld bringen. Er half am Ende doch nicht.
Eichbaum wird zu Grabe getragen.
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