Ende in Herford

Ende in Herford

Anfang 2025 feierte die Herforder Brauerei noch einen „historischen Tag" – so nannte es Technik-Geschäftsführer Jens Hoffmann, als eine nagelneue Abfüllanlage für rund 20 Millionen Euro in Betrieb ging. Sie war die größte Einzelinvestition am Standort seit 25 Jahren. Anderthalb Jahre später ist die Brauerei Geschichte: Die Haus Cramer Gruppe (Warsteiner gehört dazu) stellt den Betrieb in Herford im zweiten Halbjahr 2026 ein.

Die Begründung ist altbekannt und vielfach gehört in der letzten Zeit: Der anhaltende “dramatische” Rückgang des Bierkonsums in Deutschland zwingt zu strukturellen Konsequenzen. Die Gruppe bündelt deshalb nun ihre NRW-Aktivitäten am Stammsitz in Warstein – dieser soll zum zentralen Produktions- und Logistikzentrum ausgebaut werden, mit Investitionen in neue Technologien, nachhaltigere Prozesse und in eine eigene Windenergieanlage. Zudem soll der Bahnanschluss stärker genutzt werden. 

Auch für den zweiten NRW-Standort in Paderborn sieht es nicht gut aus. Dort hatte die Gruppe erst 2023 rund 11 Millionen Euro in Kapazitätsausbau und ein neues Verpackungszentrum investiert. Sollte bis zum Ende des Jahres kein Käufer gefunden werden, endet auch dort die Produktion Ende 2026.

Von den Maßnahmen sind direkt betroffen: 211 Mitarbeitende an beiden Standorten. Ein Teil soll nach Warstein wechseln können, sozialverträgliche Lösungen werden mit den Arbeitnehmervertretern erarbeitet. Was das im Einzelfall bedeutet, bleibt offen.

Jens Hoffmann selbst wechselt unterdessen zur Bitburger Braugruppe, wo er ab 1. Januar 2027 die Technik-Geschäftsführung übernimmt. Und die süddeutschen Standorte der Haus Cramer Gruppe bleiben von den Einschnitten unberührt. Also die Braustätten in Kaltenberg (König Ludwig) und Holzkirchen (Oberbräu). 

 

Quelle: Haus Cramer Gruppe - Herforder Brauerei  
Foto: Herforder Brauerei @ Facebook - Screenshot vom 08.05.2026

Comments

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muschke2001 • 7 Minutes ago
Nur noch traurig, auch wenn das Bier geschmacklich an sich für mich kein Verlust ist. Trotzdem geht einer der großen Traditionsbrauereien und mit ihr viele Mitarbeiter...
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