
In Frankreich wurde 2025 erstmals mehr Bier als Wein getrunken: 22,1 Millionen Hektoliter Bier, 22,0 Millionen Hektoliter Wein. Im Mutterland des Weins ist das bemerkenswert, auch wenn der Unterschied winzig ausfällt.
Weniger Wein
Die Weinzahlen stammen aus dem OIV-Bericht zum Zustand des Weinsektors 2025, Mitte Mai vorgelegt von der Internationalen Organisation für Rebe und Wein. Der Weinkonsum folgt in Frankreich einem langfristigen Abwärtstrend, der vor Jahrzehnten begann. Noch immer greifen 77 Prozent der Franzosen mindestens einmal im Jahr zum Wein, nur seltener und aus weniger Flaschen.
Auch Bier verliert
Bier steht kaum besser da. Auch hier gehen die Mengen zurück, um rund 5 Prozent laut dem Brauverband Brasseurs de France, während der Wein um 6 Prozent nachgibt. Dass Bier vorn liegt, hat einen schlichten Grund: Der Weinkonsum fällt schneller.
Wenn schon weniger, dann ohne
Die eigentliche Veränderung vollzieht sich bei den alkoholfreien Getränken. Wer in Frankreich alkoholfrei wählt, greift in 60 Prozent der Fälle zu alkoholfreiem Bier; zu entalkoholisiertem Wein nur 24 Prozent. Die Zahlen stammen aus dem Sowine-Barometer 2026.
Die Brauwirtschaft hat den Weg zum alkoholfreien Produkt früher beschritten und besser hinbekommen als der Wein. Ein gutes alkoholfreies Pils findet heute viele Genießer:innen. Ein überzeugender entalkoholisierter Bordeaux ist noch die Ausnahme, auch weil strenge Appellationsregeln den Winzern beim alkoholfreien Wein wenig Spielraum lassen.
Der Preis entscheidet mit
Dazu kommen die Kosten. Steigende Lebenshaltungskosten lassen viele zum billigeren Getränk greifen, und das ist das Bier. In einem Land, das die Weinkultur so sehr hegt und pflegt, ist das eine bemerkenswerte Entwicklung. Trinquons à ça, avec une bière.
Quellen: inside.beer, „France: Beer Consumption Overtakes Wine for the First Time"
Foto: wegro communications
Text: Birgit Rieber