100 Jahre Kristallweizen

100 Jahre Kristallweizen

Filtrierte Biere sind, gemessen an der vieltausendjährigen Geschichte des Bieres eine junge Erscheinung. Erst die Errungenschaften der Industriellen Revolution haben es etwa zur Mitte des 19. Jahrhunderts möglich gemacht, blanke, glanzfeine Biere herzustellen. Lagerbiere wurden filtriert, Weizenbiere blieben noch etliche Jahrzehnte hefetrüb. 

100 Jahre Kristallweizen

Im Jahr 1924 traute sich die Edelweißbrauerei Farny in Kißlegg im Allgäu an die Filtration von Hefeweißbier. Das erste glanzfeine Weizen kam auf den Markt. Ein Liebesbrief des damaligen Bräus Oskar Farny an seine Frau liefert den Beweis und das Datum der ersten Filtration. Am 11. Juli 1924 schrieb Farny zum Ende seines Briefes: „Gestern haben wir 115 Kisten Weizen, die erste Flasche bis zur letzten glanzhell, abgefüllt.“ Für Elmar Bentele, Geschäftsführer der Brauerei Farny, belegen die Zeilen die Erfindung des Kristallweizens. Da es kein älteres Dokument gibt, darf der 10. Juli 1924 als „Geburtstag“ des Kristall-Weizens gelten und Farny somit als sein Erfinder. 

Vom Champagner-Weizen zum Kristallweizen

Zwei Jahre später präsentierten die Allgäuer ihr Bier an der Universität Weihenstephan. „Es handelt sich um ein ganz besonderes Bier, welches fein moussiert wie Champagner,“ konstatierten die Herren Professoren. „Champagner-Weizen“ etablierte sich in der Folge als Gattungsbegriff für alle filtrieren Weißbiere. 

Seit Mitte der 1960er Jahre darf dieser Begriff allerdings nicht mehr verwendet werden. Die Bezeichnung „Champagner“ ist geschützt und darf nur von den Champagner-Bauern in Frankreich verwendet werden. Farny und alle anderen Brauereien legten den Bezeichnung ab, Kristallweizen setzte sich durch und gilt bis heute.  

Farny feiert das 100-jährige Jubiläum

100 Jahre Kristallweizen! Wenn das kein Grund zum Feiern ist. Farny macht es ausgiebig. Vom Freitag, 19. April bis zum Sonntag, 21. April ist Bierfest-Zeit im Festzelt in Kißlegg.

Das Farny Kristall-Weizen (die Allgäuer arbeiten mit einem Bindestich) ist bis heute das wichtigste Produkt im Sortiment der Brauerei. Rund 40 Prozent des Gesamtausstoßes der Brauerei - er lag 2023 bei etwa 100.000 Hektoliter - fällt auf das blanke Weißbier. Der Anteil wächst wieder, nachdem die Hefeweizenbiere in den letzten 30 Jahren am deutschen Biermarkt deutlich wichtiger waren.

„Möge es noch lange aus den Zapfhähnen der Welt fließen“, sagt die Autorin dieses Artikels. Sie ist bekennende Kristallweizen-Liebhaberin. Und ist sich sicher, die BeerTaster:innen ebenso. Oder täuscht sie sich?


Quelle: Edelweißbrauerei Farny  / SWR Aktuell Baden-Württemberg

Foto: © Edelweißbrauerei Farny - bearbeitet, Redaktion

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