
Was als Social-Media-Trend begann, hat sich in Großbritannien zu einer spürbaren Renaissance des Stout-Segments entwickelt. Auslöser ist vor allem der erneute Höhenflug von Guinness, der durch Influencer, kurze Videos aus Pubs und die virale „Splitting the G“-Challenge eine neue, deutlich jüngere Zielgruppe erreicht hat. Die hohe Sichtbarkeit führte zuletzt sogar zu temporären Lieferengpässen im britischen Ausschank – ein seltenes Signal dafür, wie stark sich die Nachfrage verschoben hat.
Der Erfolg blieb im Markt nicht unbeachtet. Heineken reagierte früh und brachte Murphy’s Irish Stout wieder verstärkt in den Fokus des On-Trade-Geschäfts. Die Rückkehr erwies sich als Volltreffer: Sowohl Absatz als auch Wertentwicklung legten deutlich zu und bestätigten, dass Stout längst kein Nischenprodukt mehr ist.
Mit rund einem Jahr Verzögerung zieht nun Molson Coors Beverage Company nach. Ab Januar 2026 ergänzt Caffrey’s Black Stout das britische Fassbier-Portfolio des Konzerns. Das neue Stout kommt mit 3,4 % ABV, ist stickstoffgesättigt und auf ein cremiges Mundgefühl ausgelegt. Aromatisch stehen geröstete Malze und Kakao im Vordergrund, begleitet von einer milden Bitterkeit, Karamellnoten und einem dezenten Lakritzton – klar positioniert für den Ausschank im Pub.
Bemerkenswert ist dabei die Markenstrategie. Statt ein historisches Produkt neu aufzulegen, erweitert Molson Coors die traditionsreiche Marke Caffrey’s gezielt um ein Stout. Bisher war der Name vor allem mit Caffrey’s Irish Ale verbunden, das seit den 1990er-Jahren im Markt etabliert ist. Gleichzeitig knüpft das neue Produkt an die Wurzeln der Marke an: Firmengründer Thomas Caffrey begann bereits 1897 mit dem Brauen von Stout und Porter.
Marktdaten zeigen, warum große Brauereigruppen wieder verstärkt auf Stout setzen. Seit 2023 hat die Kategorie deutlich neue Konsumenten gewonnen, insbesondere bei jüngeren Erwachsenen und bei Frauen – ein klarer Hinweis darauf, dass sich das Image des Bierstils verändert hat.
Molson Coors begleitet den Start von Caffrey’s Black Stout mit Social-Media-Aktivitäten und aufmerksamkeitsstarken POS-Materialien. Ziel ist es, Pub-Betreibern ein weiteres Zugpferd im Zapfhahn anzubieten. Der britische Stout-Markt tritt damit in eine neue Phase ein: Getrieben von digitalen Trends, aber getragen von traditionsreichen Marken, die sich neu erfinden.