Deutsche Kreativbrauer

Deutsche Kreativbrauer

In letzter Zeit brauen kreative Brauer immer häufiger interessante und nachhaltige Brotbiere aus Wasser, Malz, Hopfen, Hefe und Brot - zumeist übrig gebliebenes. Das klingt nachhaltig und trägt zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung bei.

Doch während Bäcker überall im Land die gleichen Produkte herstellen dürfen, kämpfen Brauer quer durch die Republik mit unterschiedlichen Bedingungen. Sie müssen, um Brot verwenden zu dürfen, eine Ausnahmegenehmigung einholen. Dabei gilt: Was in Deutschland gebraut werden darf, regelt das vorläufige Biergesetz, das Ausnahmegenehmigungen für besondere Biere ausdrücklich vorsieht. Ob und zu welchen Bedingungen diese jedoch erteilt werden, liegt im Ermessen der jeweiligen Aufsichtsbehörde. Bayern verbietet solche Genehmigungen sogar ganz und Brotbier ist den konservativen Verfechtern des Reinheitsgebots zunehmend ein Dorn im Auge.

Brotbier-Brauen am Tag des Deutschen Bieres

Um auf die Unterschiede innerhalb der Republik aufmerksam zu machen, brauen die deutschen Kreativbrauer am 23.04.2022, am Tag des Bieres, ein Brotbier bei Pax Bräu im unterfränkischen Oberelsbach.

Da dieses Bier in Bayern nicht legal vergären darf, wird der Sud nach Berlin zur Brauerei Heidenpeters gebracht. Dort darf das Brotbier gären, reifen und wird, wenn es fertig ist, „nach Bayern reimportiert“. Nur durch diesen Kunstgriff ist es möglich, auf legale Weise in Bayern ein nachhaltiges und natürliches Brotbier herzustellen. Brauer aus ganz Deutschland unterstützen diese Aktion durch eigene Brotbiere.

Brot als verbotener Malzersatzstoff?

Der Hauptkritikpunkt an Brotbieren ist, dass es sich bei dem verwendeten Brot um einen verbotenen Malzersatzstoff handele, weil in Brot unvermälztes Getreide verwendet wird. Diese sogenannte „Rohfrucht“ würde die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung unmöglich machen. Dieser Meinung widerspricht der Bundesverband Kreativbrauer e.V. vehement. Der Sinn hinter dem Verbot von Malzersatzstoffen liegt darin, die Verbraucher vor minderwertigen Ersatzstoffen zu schützen. Bei handwerklich gebackenem Brot handelt es sich aber um eine hochwertige natürliche Zutat, die durch seine Beschaffenheit und seinen Geschmack das Aroma des fertigen Biers deutlich prägt.

Das gilt auch für viele Bierstile, die in letzter Zeit mehr und mehr Beliebtheit erlangen, wie zum Beispiel das New England IPA oder das klassische Stout: Hier geben Rohfruchtanteile aus Haferflocken oder Röstgerste den Bieren ihr besonderes Mundgefühl und Aroma. Durch ein rigoroses Verbot von Rohfrucht könnten solche Bierstile nicht mehr gebraut werden. In letzter Konsequenz wären dadurch viele kleine Brauereien, die sich auf besondere Biere spezialisiert haben, in ihrer Existenz bedroht.

Mehr dazu: https://www.facebook.com/deutschekreativbrauer
Foto: Deutsche Kreativbrauer on Facebook

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