
Am 5. September 2026 fand die zehnte Deutsche Meisterschaft der Hobbybrauer im Störtebeker Brauquartier zu Stralsund statt. Der offizielle Wettbewerbsstil war dieses Mal »Heller Weizenbock«, die Farbe war mit einem Wert von unter 25 EBC gedeckelt.
Dieser Wettbewerb wurde seinerzeit von der Störtebeker Braumanufaktur initiiert und wird vom Deutschen Brauer-Bund gefördert und als Partner begleitet. In diesem Jahr wurde wieder ein Teilnehmerrekord verzeichnet. 212 Anmeldungen kamen von Steckenpferd-Brauerinnen und Brauern aus ganz Deutschland; rund 1.000 Gäste besuchten das Festivalgelände und genossen auch das Rahmenprogramm in dem mehr als 80 Kreativbiere zu verkosten waren. Parallel zum Hauptstil brachten die Brauer freie Kreationen, von Matcha-Ale bis Aperol-Bier, zum Verkosten für die Besucher mit. Workshops und Fachgespräche rundeten das Programm in Stralsund ab.
Daniel Martini ist Deutscher Meister, nicht mit Vermouth sondern mit seinem Weizenbock.
Drei SiegerInnen durften jubeln. Daniel Martini aus Schleswig-Holstein gewann den Jury-Wettbewerb und ist damit der Deutsche Meister; die Braugruppe Grotbeck gewann mit ihrer »Wundertüte« den Kreativbier-Wettbewerb einen Publikumspreis. Der Biertyp der „Wundertüte“: Ein Ice Cream IPA eingebraut mit Blaubeer-Püree und Vanille. Na, bumm!
Der Goldene Reinhold
Fehlt noch der kultige »Goldene Reinhold«, gestiftet, bewertet und höchstpersönlich übergeben von Reinhold »Bier-Ralle« Gebhardt, der eigentlich Ralf heißt (oder so). Er bildet zusammen mit dem Gründer Dennis Spahn den harten Kern des beliebten »Männerabend«-Podcasts, doch das ist eine andere, schöne Geschichte.
Diese private Auszeichnung wird traditionell für das beste Starkbier des Festivals vergeben. Die goldene Regel für alle Hobbybrauer lautet hierbei: Wenn Reinhold an den Stand kommt, sollte man ein mächtiges Starkbier mit mindestens 8 % Alkohol bereithalten, um überhaupt eine Chance zu haben. Bewertet wird nach sehr eigenen, nicht ganz ernst gemeinten Kriterien, was den Charme ausmacht. 2026 ging der Goldene Reinhold an Peter von PietBräu für das Bier »WheatCello«.
Jetzt aber ganz im Ernst: die Fakten der Deutschen Meisterschaft.
More from the Moor, ausnahmsweise.
Eine schöne Geschichte aus dem diesjährigen Wettbewerb brachte das Moor-Sonderprojekt. In Kooperation mit dem Greifswald Moor Centrum (GMC) brauten ausgewählte Teilnehmer Biere mit pflanzlichen Zutaten direkt aus echten Mooren. Dafür war sogar eine naturschutzrechtliche Sondergenehmigung nötig, da das Pflücken in Mooren sonst streng verboten ist. Aber für das Ziel der Brau-Aktion, nämlich via Bier auf den Schutz der Moore aufmerksam zu machen, konnte getrost eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden.
Der Termin für das nächste Jahr steht bereits fest: Die 11. Deutsche Meisterschaft der Hobbybrauer wird am 4. September 2027, erneut in Stralsund, ausgetragen.
Foto: © Screenshot vom 15.09.2026: Deutsche Meisterschaft der Hobbybrauer
Text: Birgit Rieber