
Sechs Brauereien, sechs Oktoberfestbiere – im München auf der Wiesn hat das den Charakter eines Naturgesetzes. Wenn da nicht Giesinger Bräu wäre. Gründer Steffen Marx liebäugelt schon lange mit einem Festzelt beim Oktoberfest. Jetzt schlägt er einen neuen Weg ein: Die Brauerei will die Sache per Bürgerbegehren auf die Agenda der Stadtverwaltung bringen.
Der Plan: Bürgerbegehren
Giesinger stellt eine ebenso einfache wie klare Frage: Soll die Landeshauptstadt München „ab 2027 auch den Ausschank von Bier der Brauerei Giesinger Bräu auf dem Münchner Oktoberfest erlauben“?
Damit daraus ein Bürgerentscheid werden kann, braucht es zunächst einmal viele Unterschriften. Marx sprach am 19. Februar 2026 bei der Eröffnung des hauseigenen Starkbierfests von 30.000 bis 40.000 Stimmen.
Münchner Bier
Giesinger argumentiert geschickt. Seine Brauerei ist in München, er braut mit Münchner Wasser aus dem eigenen Tiefbrunnen. Das Siegel „Münchner Bier“ darf er deshalb tragen und eine starke lokale Verankerung hat er obendrauf. Wenn auf der Wiesn ausschließlich Münchner Bier ausgeschenkt wird, dann sei die Frage erlaubt, warum seine Münchner Brauerei dort nicht vertreten sein dürfe. Die Hürde: Regeln, Beschlüsse, Betriebsvorschriften
So charmant „Bürger entscheiden über Bier“ klingt: Praktisch führt der Weg über die Stadt. Für eine zusätzliche Brauerei bräuchte es einen Stadtratsbeschluss. Und in den Betriebsvorschriften steckt der Satz, dass das Oktoberfest als „traditionelles Münchner Volksfest“ mit „Münchner Gastlichkeit und Münchner Bier“ zu wahren sei.
Giesinger-Geschäftsführer Jonas Seidl geht es mit der Aktion „nicht um Konfrontation, sondern um Fairness“ und um die Frage, wie sich Tradition weiterentwickeln darf.
Und hier prallen zwei Münchner Narrative aufeinander:
Nun, Wir sind gespannt - und wünschen Giesinger Bräu viel Glück und Erfolg beim Sammeln der Unterschriften.
Hier geht es zu den Infos bei Giesinger Bräu
Quellen: Giesinger Bräu, BR24
Foto: Giesinger Bräu (Screenshot vom 20.02.2026)
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