KI in der Welt des Bieres - #01 – Buzzword und die Blase

KI in der Welt des Bieres - #01 – Buzzword und die Blase

Künstliche Intelligenz ist der Begriff, welcher die letzten paar Jahre die Medien geprägt hat. KI hier, AI dort – immer wieder etwas erreicht. Auch vor der Welt der Biere macht die KI keinen Halt.

In den Kommentaren hier bei uns, da wird KI kritisch betrachtet, trotzdem lohnt sich ein Blick auf die Anwendungsmöglichkeiten. Da die breite der Szenarien einen Artikel sprenge würde, wird KI in der Welt des Bieres hier in einer losen Serie vorgestellt. Die Modelle der KI entwickeln sich so schnell, dass einige Informationen eventuell schon wieder überholt sind – doch sollte dies der Basis keinen Abbruch tun.

Buzzword KI

KI als Begriff wird gefühlt auf jedes Produkt geklebt, überall wird die Funktion von künstlicher Intelligenz beworben, oder, dass diese verwendet wurde, um etwas zu erstellen. Die Chefs und das Marketing-Team scheinen mit einem Stempel unterwegs zu sein und überall ihre Abdrücke zu hinterlassen. Die alten Stempel bleiben im Büro, 3D Druck ist am zerfallen und VR setzt Staub an – es ist die Zeit der KI. Ob es Sinn macht, das wird erst mal nicht überlegt, sondern Hauptsache laut KI rufen.

Es wurde von Anfang an als die Zukunft beschworen, mit immensen Datenmengen schien die KI mehr Wissen zu haben, als jemals ein Mensch in sich vereinen kann. Diese Idee der Zukunft hat sich schnell ausgebreitet, und gerade in einer Zeit von einem sinkenden Bierkonsum, da greifen manche Chefs zu jedem möglichen Rettungsanker – denn die Vergangenheit hat etwas gelehrt: Fortschritt ist das, was die Brauerei braucht. War es die Kühlmaschine, das Pasteurisieren, oder die Verwendung von Thermometer im Brauprozess – Technik hat das Bier oft weitergebracht. Und die Brauereien, welche das rechtzeitig umgesetzt haben, hatten wieder eine Welle länger überlebt.

Und wenn nichts Langfristiges aus der Verwendung von KI wird, dann kann man sich immerhin noch Medienpräsenz sichern. Das erste Bier, welches von einer KI entwickelt wurde – darüber wurde auch fernab von den Bier-Kreisen berichtet. Dann ein Bier, bei welchem die KI auch den Brauprozess kontrollierte und steuerte – das Projekt und Bier kurz an einer der vielen KI-Veranstaltungen vorgestellt – und die Medien schreiben wieder darüber.

Ob die Personen, welche etwas mit KI benennen oder benennt haben wollen, überhaupt verstehen, was die KI kann? Vielleicht – vielleicht auch nicht. So manch ein Manager in einer Brauerei kann kein Bier brauen – aber er kann die richtigen Personen anleiten, damit diese die Arbeit für ihn erledigen. Und so werden aus automatischen Systemen plötzlich KI gestützte Maschinen, ein Algorithmus zu etwas neuem – denn Künstliche Dummheit will kein Kunde kaufen.

Und wenn der Kunde KI müde wird, dann findet sich sicher bald das nächste Buzz-Word.

KI-Blase

Die Versprechen an die Zukunft, die Technik und der Aufstieg – all das benötigt viel, viel Geld. Auf Investorensuche betteln die Verkäufer der Träume um Almosen, versprechen das nächste grösste Ding. Wer schon zu Beginn dabei ist, der wird richtig gross davon profitieren. So steigen auch viele Aktionäre in die Traumwelt ein, und mit jeder Geldeinheit steigt der Wert der Firmen. Auf dem Aktienkonto hebt das Papier ab, startet richtiggehend durch – es wird noch mehr Geld zusammengekratzt, denn dies ist garantiert die Möglichkeit, früh in die Pension zu gehen. Der Wert der Firma – der wird noch nicht überprüft, man muss an etwas glauben – glück für alle. Glück, bis der erste kleine Ballon platzt, eines dieser Unternehmen nicht leisten kann, was es versprochen hat, die Rechnungen offenbleiben. Ein kleines Unternehmen ist noch nicht der Untergang, gesellen sich aber rasch weitere dazu, dann verliert die ganze KI-Welle an Auftrieb, beginnt vielleicht sogar schon zu sinken. In panischen Reaktionen werden schnell die Aktien abgestossen, Verlust reduzieren – und der Wert fällt, stürzt ab. Weitere Ballone werden mitgerissen – und die Medien sprechen von einem Platzen der Blase. Falls es denn dazu kommt.

Doch was bleibt dann im Schatten des Trümmerhaufens? Ruinierte Bankkonten auf der einen Seite, aber anderseits auch Anwendungsfälle, welche eine reale Zukunft haben, einen Gegenwert zum Geld liefern und nicht nur einen Verlust einfahren. Eine der letzten grossen Blasen war die Dot-Com Blase, der erste Aufstieg des Internets. Nach dem Platzen ist das Internet nicht verschwunden, sondern erstarkt gewachsen und ist heute allgegenwärtig – jede Brauerei lässt sich im Internet finden, und jedes Bier bewerten. Und vielleicht wird die KI auch ein Assistent in der Welt der Biere werden, für manche mehr, für manche weniger.

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