Teil 2/11 - WM 2026 - Wie Bier in anderen Ländern gelebt wird.  (A)

Teil 2/11 - WM 2026 - Wie Bier in anderen Ländern gelebt wird. (A)

In dieser Serie zeigen wir euch, wie das Thema Bier in den teilnehmenden Ländern der Fußball WM 2026 gelebt wird. Dieses mal die Gruppe A.

HIER findest du Teil 1 (Gruppen E&J).

 

Gruppe A

 

Mexico:

Mexikanisches Bier ist weltweit für seine spritzige, helle Frische bekannt. Geprägt durch deutsche und österreichische Einwanderer im 19. Jahrhundert, dominieren heute süffige Mexican Lagers und Pilsner. Diese werden typischerweise mit einer frischen Limettenscheibe serviert, wie bei der international vertretenen Marke Corona. Der genaue Ursprung dieser Tradition ist nicht eindeutig belegt, es gibt jedoch verschiedene Theorien für die Entstehung dieses Trinkrituals:

Insektenschutz: In Strandbars wurden Limettenstücke angeblich in die Flasche gesteckt, um Fruchtfliegen fernzuhalten.

Hygiene: Früher gab es die Annahme, dass der Limettensaft am Flaschenhals desinfizierend wirkt und mögliche Rostspuren der alten Kronkorken reinigt.

Marketing: Die Brauerei und Barkeeper haben das Ritual etabliert, um die Einzigartigkeit der Marke zu unterstreichen und ein sommerliches Urlaubsgefühl zu vermitteln.

Oder einfach nur Geschmack...

Es lässt sich aber nicht bestreiten, dass Bier-Cocktails wie der Michelada oder Chelada äußerst populär sind. Dafür wird das Bier in einem Glas mit Salz- oder Tajin-Rand sowie mit Limette und Eis serviert. Typischerweise werden dafür Tecate, Modelo oder Pacifico verwendet.

Auch Mexikos Craft-Beer-Szene boomt als junge, kreative Bewegung. Abseits der weltbekannten, leichten Industrie-Lagerbiere experimentieren unabhängige Brauer mit vielfältigen Stilen, regionalen Zutaten und traditionellen Rezepturen. Besonders beliebt sind fruchtige IPAs oder dunkle Stouts und Porters, die oft in Tequila- oder Mezcal-Fässern gereift sind.  Experimente mit mexikanischer Schokolade, Kaffee, Vanille, Agavenhonig oder Chilis sind keine Seltenheit. Folgende Brauereien sind dabei besonders hervorzuheben: Cervecería Hércules, Isla Brewing Company und Casa Cervecera Morenos. 

 

Südafrika: 

Südafrikas Biertradition verbindet jahrhundertealte afrikanische Braukunst, europäische Einflüsse und eine moderne Craft-Beer-Szene. Der Markt wird von hellen Lagerbieren dominiert, während traditionelles Hirsebier und eine kreative Mikrobrauerei-Landschaft für besondere Vielfalt sorgen. Das absolute Flaggschiff und inoffizielle Nationalbier des Landes ist das süffige, helle Castle Lager. Es wird von South African Breweries (SAB), einem der größten Braukonzerne der Welt, gebraut und darf bei keinem traditionellen südafrikanischen Braai (Barbecue) fehlen. Auch das Black Label und Hansa Pilsener sind weit verbreitet.

Das ursprüngliche Bier Südafrikas ist das sogenannte Umqombothi. Es ist ein traditionelles, milchig-trübes Hirsebier (Sorghum-Bier), das oft in den Townships gebraut wird. Es hat einen geringen Alkoholgehalt, schmeckt säuerlich und wird traditionell aus großen Eimern geteilt.

In den beliebten Urlaubsregionen siedeln sich auch immer mehr Craft-Beer Brauereien wie die Jack Black's Brewing Co oder Devil’s Peak Brewing Company an. 

 

Südkorea:

Südkoreas Biere sind traditionell leichte, erfrischende Lagerbiere, die perfekt zu den oft würzigen Gerichten der koreanischen Küche passen. Wie in den meisten Ländern dieser Welt, wird auch der Südkoreanische Biermarkt von großen Brauereien und deren Marken wie Cass Fresh oder Hite dominiert. Meist wird dabei Reis in die Maische beigemischt, um das Lager besonders leicht und frisch zu halten.

Neben den klassischen Bieren ist Somaek besonders populär. Hierbei handelt es sich um ein Bier-Mischgetränk bestehend aus hellem Lagerbier und Soju, einem koreanischen Reis-Schnaps. Auch bekannt als Soju-Bomb.

Kleinere Brauereien sind vor allem in der Hauptstadt Seoul ansässig, wie das 7Bräu.

 

Tschechien:

Die Tschechen sichern sich jedes Jahr aufs neue einen ganz besonderen Weltmeister Titel - und zwar im Bierkonsum pro Kopf. Zuletzt lag dieser bei 126l in 2024, jedoch ist auch hier ein Abwärtstrend abzulesen. Berühmt ist Tschechien natürlich auch für sein Pilsner, das um 1842 in der gleichnamigen Stadt erfunden wurde. 

Die bekanntesten Biere sind Pilsner Urquell und Budweiser Budvar. Weitere beliebte Marken sind Gambrinus, Staropramen, Kozel und Bernard.

Besonders interessant ist auch, dass in Tschechien das Bier traditionell nach seiner Stammwürze in Grad Plato (°P) angegeben wird. Der tatsächliche Alkoholgehalt in Volumenprozent ergibt sich daraus, wird aber meist als ungefähre Faustregel abgeleitet. Moderne Etiketten in Supermärkten weisen den Alkoholgehalt in Volumenprozent mittlerweile meist zusätzlich aus. In Restaurants und Kneipen ist jedoch weiterhin fast ausschließlich die Angabe des Stammwürze-Grades üblich.

Weitere News

Alle