Alkoholfrei wächst – trotz Delle im Bierabsatz

Alkoholfrei wächst – trotz Delle im Bierabsatz

Alkoholfrei legt zu, obwohl der Markt schwächelt. Laut Branchenzahlen war der Bierabsatz in Deutschland 2025 rückläufig. Die Brauereiverbände sprechen von einem Minus in Höhe von sechs  Prozent. Gleichzeitig kletterten alkoholfreie Biere und Biermischgetränke im Handel erstmals über die 10‑Prozent‑Marke. In der Beliebtheitsskala rückt AF mit 9,5 % bereits auf Platz drei vor – Pils bleibt vorne, Helles wächst. Kurzum: Die Promille schwinden, die Relevanz der Alkoholfreien steigt.

Warum jetzt so viele aufspringen

Trotz Konsumflaute setzen Hersteller zunehmend auf alkoholfrei Biere. Der Blick in die Sortimente der Brauereien zeigt: Allein in den letzten Wochen sind viele neue Varianten auf den Markt gekommen bzw. angekündigt worden. Es sind vor allem Helle: Das Hellbier-Segment wächst weiter, die AF-Variante macht deshalb Sinn. 

Die Neuen senden ein Signal: Wachstum findet dort statt, wo man Zielgruppen ernst nimmt – und in Technologie investiert: modernere Entalkoholisierung, präzisere Prozesse, spürbar bessere Biere; immer mehr Brauereien erhöhen dafür ihre Budgets.

Die neuen Alkoholfreien

Die Brauerei-Kundmüller  in Oberfranken hat seit Dezember 2025 drei Alkoholfreie. Zu Weiherer Zwickerla Alkoholfrei und Weiherer Weizen Alkoholfrei kam das Weiherer Hell Alkoholfrei.

Über die beiden folgenden haben wir schon berichtet: Anfang Januar erweiterte die Dornbirner Mohrenbrauerei ihr Sortiment erstmals mit einem Alkoholfreien (zum Bericht) . Die Störtebeker Braumanufaktur in Stralsund setzt schon lange auf AF - neu dazu gekommen ist das Wild Coast Ale Alkoholfrei (zum Bericht). 

Aus der Brauerei Schimpfle im bayerischen Gessertshausen sieht man auf Linkedin, dass Löschzwerg Hell alkoholfrei schon abgefüllt ist und demnächst in den Verkauf kommt. 

Das dritte AF von Krombacher kommt in wenigen Wochen in die Getränkemärkte, es heißt Kromacher o,0 Herb und wird wohl eine hopfige Variante des o,0 Pils sein. Es wird vor allem als zuckerfrei beworben. Warsteiner folgt dann im März mit Oberbräu Hell 0,0 %.

Was zählt 

Am Ende soll es einfach sein: ein alkoholfreies Bier, das wie Bier schmeckt – nur ohne Drehzahl. Ein Bier, das wir Genießer:innen ohne Suchen finden: im Handel und in der Gastronomie.

Wenn Brauereien AF nicht als Anhängsel behandeln, sondern als bewusste Wahl im Sortiment zeigen, greifen die Menschen zu - nach dem Sport, der Gesundheit zuliebe, weil sie "fahren müssen". 

Fakt ist und positiv in Zeiten sinkenden Konsums: Für Brauereien liegt im alkoholfreien Segment eine Wachstumschance. Sie sollten diese nicht verpassen. 



 

Comments

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madmaxen • 2 Hours ago
Absolut richtig. Genauso ist es 😊
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