
Mit dem Monatspaket für September reisen wir in den Südschwarzwald. Der malerische Weiler Waldhaus ist von den Wäldern eines Naturparks umgeben. Dort steht ein Unternehmen, das beweist, dass sich Qualität und Tradition auch in schwierigen Zeiten rechnen: die Privatbrauerei Waldhaus.
Sie wurde 1833 in eben jenem kleinen Weiler Waldhaus, der heute ein Ortsteil von Weilheim ist, gegründet. 1846 legte ein Blitzschlag die gesamte Braustätte in Schutt. Die Brauerei wurde 200 Meter weiter südlich wieder aufgebaut; das ist bis heute ihr Standort.
Lieber kleiner – aber feiner.
Johann Schmid erwarb 1894 die Brauerei, das Wirtshaus und die dazugehörige Landwirtschaft. Damit begründete er die Schmid'sche Brauerdynastie und den Erfolg der Privatbrauerei Waldhaus. Sein Geheimnis lautete »Lieber kleiner – aber feiner«. Dieser Satz wurde zur Familientradition und ist das bis heute gelebte Leitprinzip. Dieses Credo ist aber relativ zu betrachten, denn der gegenwärtige Bräu, Dieter Schmid, übernahm 1997 in vierter Generation und führte das Haus auf die beachtliche Größe von rund 100.000 Hektoliter.
Das ist ziemlich eindrucksvoll, betrachtet man die Ausstoßzahlen seiner Vorgänger: Friedrich Schmid (ab 1939, Ausstoß 3.500 Hektoliter); und Helmar Schmid (ab 1969, Ausstoß 10.000 Hektoliter). Nota bene: Janina und Yannik Schmid werden die fünfte Generation bilden.
Waldhaus, der Zutaten-Purist.
Nur rund zwei von hundert Brauereien in Deutschland arbeiten noch mit ganzen Hopfendolden statt mit Extrakt oder Pellets. Waldhaus gehört zu dieser puristischen Minderheit. Doch das hopfige Bekenntnis ist nur ein Faktor von vielen im Rahmen der radikalen Qualitätsphilosophie der Privatbrauerei. Die zeigt sich wiederum nicht nur am Gaumen, oder in den Messwerten, sondern in der wahren Überfülle an Trophäen, Preisen und Prämierungen, welche die köstlichen Waldhaus Biere eifrig einsammeln.
Mit solchen Worten können wir unserer Leser*innenschaft nur den Mund wässrig machen; Gaumen und Nase liefern die Beweise.
Die Brauerei ist mehrfache Siegerin beim European Beer Star, wo sie im Lauf der Jahre 15 mal Edelmetall einsammelte. Auch bei zahlreichen anderen Bierwettbewerben wurden die Waldhaus-Biere zahlreich prämiert. Für die hohe und konstante Qualität des gesamten Sortiments erhielt Waldhaus im Jahr 2026 erneut den Bundesehrenpreis.
Auch Zahlen wollen wir malen.
Während der Biermarkt in Baden-Württemberg 2025 um fast sieben Prozent schrumpfte, blieb der Waldhaus-Ausstoß stabil bei gut 100.000 Hektolitern. Die Privatbrauerei macht einfach bei den Rabattschlachten des Handels, der im Dauer-Aktionsmodus läuft, nicht mit. Waldhaus verzichtet auf das Verramschen seiner Biere, setzt stattdessen auf ein klares Qualitätsversprechen.
Erfolgsfaktor AF.
Das alkoholfreie Sortiment verzeichnete jüngst ein Plus von 20,9 Prozent, womit Waldhaus deutlich über dem Branchenschnitt von rund neun Prozent liegt. Besonders gefragt waren das „Ohne Filter Alkoholfrei" (+26 %) und das „Hell Alkoholfrei" (+36 %). »Alkoholfrei ist für uns kein Kompromiss, sondern ein eigener Qualitätsanspruch«, betont Braumeister Steffen Müller; die Goldmedaille bei der Falstaff Bier Trophy 2026 für das Diplom Pils Alkoholfrei legt leuchtend Zeugnis dafür ab.
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Die Biere im Paket
Das Sortiment zeigt zwei Schwerpunkte: Hopfige Pilsvariationen und unfiltrierte Biere; „Ohne Filter“ sagen die Schwarzwälder dazu.
Mit Waldhaus entführt uns das Monatspaket in eine der besten Brauereien Deutschlands. In den Südschwarzwald muss man also nicht reisen, um ohne Filter zu verkosten. Aber man sollte es trotzdem einmal tun.
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Fotos: Privatbrauerei Waldhaus
Text: Birgit Rieber